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Edgar
Reitz wurde am 1. November 1932 in Morbach geboren,
einer knapp
11.000-Seelen-Gemeinde im Kreis
Bernkastel-Wittlich im
Hunsrück. Der Vater war
Uhrmacher, der Großvater
Schmied. Schon als Schüler
schreibt er Gedichte und ist im
Schultheater aktiv. Nach
dem Abitur auf dem Gymnasium in Simmern
beginnt er das
Studium der Publizistik, der
Theaterwissenschaften, der
Germanistik und der
Kunstgeschichte an der
Universität in München.
Daneben nahm er
Schauspielunterricht und war ab
1950 Mitherausgeber des Literaturmagazins
"Spuren" und beteiligte sich 1953 an der
Gründung des "Studentischen
Zimmer-Theaters".
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Reitz fand die Faszination am Film und
dessen Technik. Neben dem
Studium assistiert er bei
verschiedenen Filmen im Bereich
Kamera, Schnitt und Produktion.
Als junger Filmemacher bekommt
er ab 1959 von der Münchner
Inselfilm Aufträge für an die hundert Kurz-,
Industrie- und Werbefilme.
Im Jahre 1962 gehörte Edgar Reitz der
"Oberhausener Gruppe"
an, einer Gruppe von 26
Jungfilmern, die auf den 8.
Westdeutschen
Kurzfilmtagen
"Papas Kino für tot"
erklärten. Der "Junge
Deutsche Film" war geboren.
Zusammen
mit Alexander Kluge gründet er die
Abteilung Film an der Hochschule für
Gestaltung in Ulm. Dort doziert er bis
1968.
Reitz war als Kameramann und
Co-Regisseur für Alexander Kluge
tätig.
1971 folgte sein erster eigener
Spielfilm "Mahlzeiten". Dieser
wird in Venedig als bester Erstlingsfilm
gefeiert. Zur Realisierung dieses
Projektes gründet er die Filmfirma
Edgar Reitz Filmproduktion GmbH in
München.
Den Hunsrück als Thema für einen
Spielfilm greift Reitz 1973 auf. Im Film
"Reise nach Wien" geht es um
eine abenteuerliche Reise zweier Frauen
aus ihren Hunsrückdörfern nach Wien
während des zweiten Weltkrieges.
Als sich mit "Der Schneider von
Ulm" für Reitz ein finanzieller
Misserfolg einstellt, wendet er sich
vorläufig vom Filmemachen ab. Auf Sylt,
in einem Ferienhaus von Freunden, nimmt
er Abstand vom Bisherigen.
Er entwickelt die Idee zu seinem
grandiosen Comeback-Projekt: Heimat -
Eine deutsche Chronik. Nach langen
Recherchen im Hunsrück (Reitz lebt
mehrere Monate in einem Blockhäuschen
in Woppenroth) und vielen unzähligen
Gesprächen mit Hunsrückern entsteht
zunächst ein Vorläufer: Der
Dokumentarfilm "Geschichten aus den
Hunsrückdörfern". Nachdem die
Finanzierung für das 11-teilige
"Heimat-Projekt" nach
schwierigen Verhandlungen gesichert ist,
beginnen die Dreharbeiten.
Heimat wird im In- und Ausland ein
sagenhafter Erfolg. Erzählt wird
die Geschichte einer Familie aus dem
fiktiven Hunsrückdorf
"Schabbach" von 1900 bis 1982
(Mehr dazu hier im Portal).
Im Jahr 1985 wird ihm der Verdienstorden
des Landes Rheinland-Pfalz verliehen.
Angespornt durch den internationalen
Erfolg von Heimat macht sich
Reitz an die Arbeit die Geschichte von
Marias Sohn Hermann weiter zu erzählen.
Die fehlenden Jahre seiner Biografie,
die in Heimat nicht erzählt
werden, kann der Zuschauer im Jahre 1992
miterleben, als Die zweite Heimat
(Mehr dazu hier im Portal) ausgestrahlt
wird.
Auch
dieses
Werk ist bei Kritikern und Zuschauern
international ein großer Erfolg -
einzig in Deutschland bleiben die
Einschaltquoten hinter den Erwartungen
zurück.
1993 erhält er das Bundesverdienstkreuz
1. Klasse und den Ehrenpreis der Stadt
München. 1994 dreht er den
Dokumentarfilm "Die Nacht der
Regisseure".
Seit 1995 ist Edgar Reitz Professor für
Film an der Staatlichen Hochschule für
Gestaltung in Karlsruhe und
Mitbegründer des Europäischen
Instituts des Kinofilms sowie dessen
Beiratsvorsitzender. 2000 erhält er den
Staatskunstpreis des Landes
Rheinland-Pfalz ("Mit dem Film
"Heimat" hat Reitz dem Hunsrück
und seinen Bewohnern weltweit einen
Platz in der Filmgeschichte gesichert").
Im Frühjahr 2002
(in diesem Jahr, zu seinem 70.
Geburtstag, wird er Ehrenbürger von Simmern)
begann Edgar Reitz mit den Dreharbeiten
zum dritten Teil
seiner Heimat-Trilogie, Heimat 3 (Mehr
dazu hier im Portal), den er im Jahr
2004 fertig stellte. Damit ist mit ca.
52 Stunden das längste Gesamtfilmwerk
aller Zeiten entstanden.
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