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Aus einer Email von Marcus Bex:

Liebe Heimatfreunde,

beim Anschauen des 3. Teils aus Heimat 3 "Die Russen kommen" ist mir ein kleiner, nicht ganz ernstzunehmender Fauxpas aufgefallen:
Hartmut Simon fährt einen neuen Porsche (der spätere Unfallwagen) mit dem amtl. Kennzeichen "SIM - ON 1".
Die Episode spielt 1992. In diesem Jahr wurde der Buchstabe "O" als Unterscheidungsmerkmal für Kennzeichen allerdings noch nicht vergeben - aufgrund der Verwechslungsgefahr mit der Ziffer 0. Erst 1994 wurden die Eurokennzeichen mit veränderter Schrift eingeführt - das "O" wurde lt. Wikipedia sogar erst im Jahr 2000 zugelassen.

Oder reichte möglicherweise der Einfluss des Überpatriarchen Anton Simon sogar bis zur Zulassungsstelle?

Dem Filmgenuss tut dies natürlich keinen Abbruch. Interessant nur, was einem so beim wiederholten Betrachten dieses Meisterwerks alles durch den Kopf gehen kann...

a1Gunnar montiert auf dem Dach des Günderrodehauses eine Satellitenantenne - aber nur im Film. Da dem Schauspieler Uwe Steimle das Spielen auf dem steilen Dach des Hauses am Rand des Abgrundes zu gefährlich war, wurden die Nahaufnahmen auf einer Dachattrappe (ca. 1,80m hoch) in der Nähe des Hauses am Straßenrand gedreht und die Aufnahmen, auf denen man Gunnar auf dem richtigen Dach sieht, wurden mit einem Double erstellt.

Der Urgroßvater von Edgar Reitz soll das Loch im Turm der Burgruine Baldenau auf der Suche nach dem legendären Schatz des Schinderhannes gebrochen haben, das heute den Zugang zur Treppe ermöglicht.
Siehe auch hier.

450px BaldenauTurm
Foto: Wikipedia

Der englische Titel des fünften Teils von HEIMAT 3 (Die Erben) ist "Follow me". Dies ist auch der Aufschrift von Matkos Jacke.

Nikos Mamangakis hat über 20 Stunden Filmmusik für die HEIMAT-Filme komponiert.

So war der ursprünglich geplante Titel für DIE ZWEITE HEIMAT.

Quelle: Interview von Sabine Küchler mit Edgar Reitz am 06.07.1997 im Deutschlandfunk.

13fotoal17
Das Cabrio, das Hermann (und dann Schnüsschen) in DIE ZWEITE HEIMAT besessen haben, ist das Auto, das Edgar Reitz privat seit Ende der 60er Jahren gehört und für den Film restauriert wurde.

clarissa
Salome Kammer, die die Clarissa Lichtblau in DIE ZWEITE HEIMAT und HEIMAT 3 spielte, ist mit dem Regisseur und Autor Edgar Reitz verheiratet. Beide lernten sich durch den Dreh kennen.

Die Baupläne für das Simon-Museum aus HEIMAT 3 sind in einem Wettbewerb entstanden.
In einem Studentenwettbewerb im Jahr 2003 im Fachbereich Architektur der Technischen Universität Darmstadt wurde ein Projekt gefordert, das sich mit einem Drehort zu "Heimat3" befasste. Es sollten Pläne und ein Modell im Maßstab 1:50 (mit einer Möglichkeit der Durchfahrt mit einer Endoskopkamera von Raum zu Raum) des zu schaffenden Bildermuseums von Ernst Simon erstellt werden, die als Requisiten beim Dreh und als Anregung zum Erstellen des Sets dienen sollte.
Der Siegerentwurf von Steffen Jesberger wurde in die Handlung aufgenommen.

Mit freundlicher Genehmigung des Fachbereichs Architektur der Technischen Universität Darmstadt hier die Pläne:

Lageplan:
2306041(© TU Darmstadt)
Grundriss:
2306042(© TU Darmstadt)

Schnittzeichnungen:
2306043(© TU Darmstadt)

2306044(© TU Darmstadt)

zielke
Die Figur "Zielke" aus HEIMAT und DIE ZWEITE HEIMAT hat eine reale Entsprechung.

Edgar Reitz in einer Email:
" [...] Ich war Ende der 50er Jahre als junger Kameraassistent der Fa. GBF in München Assistent von Zielke bei der Produktion eines Dokumentarfilms über das Metall Aluminium*. Es sind allerdings nur wenige meiner zahlreichen Erinnerungen an diesen bizarren Mann in HEIMAT eingeflossen. Die Figur in meinem Film entwickelte sich nach eigenen erzählerischen Gesetzen und Interessen. [...] "

Wikipedia-Artikel über den "echten" Zielke

Portrait bei Film-Zeit.de
(* ALUMINIUM - PORTRÄT EINES METALLES (1957), Anm. d. Red.)

ries
Franziska Stömmer, die Schauspielerin, die die Frau Ries in DIE ZWEITE HEIMAT gespielt hat, hat in der Zeit, in der DIE ZWEITE HEIMAT mit ihr gedreht wurde, auch als "Oma Soleder" für die TV-Serie Löwengrube vor der Kamera gestanden, in der auch Jörg Hube (Otto Wohlleben aus HEIMAT) eine Hauptrolle spielte.

juan
Daniel Smith, der den Juan Ramon Fernandez Subercaseaux in DIE ZWEITE HEIMAT spielt, ist der Schwiegersohn von Edgar Reitz.
Er hat Reitz' Tochter Susanne (spielt in DIE ZWEITE HEIMAT eine kleine Tanzrolle) geheiratet und lebt nach letzten Informationen mit ihr in Amsterdam.

glasisch
Die Figur des Glasisch Karl hatte zunächst nichts mit der Rolle der Marie-Goot zu tun.
Erst beim Erstellen des Familienstammbaums für den letzten Teil von HEIMAT hatte Reitz die Idee, das das Dorforiginal der Sohn der Marie-Goot und damit mit den Simons verwandt sein soll.
Außerdem sollte die Rolle nur in den ersten beiden Teilen vorkommen.
Da aber Kurt Wagner so eine beeindruckende schauspielerische Leistung erbracht hatte und die Figur sich eignete weiter in der Story geführt zu werden, wurden die Drehbücher geändert und Glasisch blieb bis zum Schluss (und darüber hinaus --> DIE ZWEITE HEIMAT).

Das Firmengebäude in Griebelschied, das als Drehort für deie "Simon Optik" aus HEIMAT diente, fiel 1985 einem Großbrand zum Opfer. Beim Wiederaufbau wurde das Dach nicht in der Originalform erstellt, so dass man vergeblich nach dem ursprünglichen Ort der SIMON OPTIK OHG-Schrift sucht.

korb
Reinhold Mosmann, der den Korbmacher Betz in HEIMAT spielte, ist der Darsteller, der in den meisten "HEIMATEN" mitgewirkt hat?
HEIMAT : Korbmacher Betz
DIE ZWEITE HEIMAT: Schnüsschens Vater
HEIMAT 3: Mann mit dem Ziegenbock

Edgar Reitz hat nach der Ausstrahlung von DIE ZWEITE HEIMAT rund 14.000 Zuschriften von Zuschauern erhalten und diese füllten "einen ganzen Raum" (Zitat Reitz).
Quelle: Edgar Reitz in einem Interview zur Situation des deutschen Films in der Radiosendung "Poltik am Mittag", ca 1994

Der Text des Liedes, das Evelyne für Ansgar in DIE ZWEITE HEIMAT (Teil: Ansgars Tod) singt, stammt aus der Feder von Edgar Reitz.
Er schrieb es in seiner Studentenzeit im zweiten Semester.

Der Brief, den Paul aus Amerika an seine Familie in Schabbach schickt (Briefkopf Simon Electric Corp.), wurde von Edgar Reitz' Vater geschrieben. Reitz wollte den Brief in einer Handschrift eines Mannes in Pauls Alter geschrieben haben. So beauftragte er seinen Vater, die Zeilen auf das Briefpapier zu setzen.

Marita Breuer und Jörg Hube spielten kurz vor dem Entstehen von HEIMAT bereits in einer mehrteiligen Fernsehserie.
Im Mehrteiler ROTE ERDE spielte Marita Breuer eine Parteisekretärin und Jörg Hube den Pfarrer der Zechensiedlung. Allerdings hatten beide keine gemeinsamen Szenen. Infos zur Serie hier: Link

Als Maria den hunsrücker Himmel betritt fehlt einer in der Gruppe von Verwandten und Freunden. Otto Wohlleben steht nicht bereit um sie zu empfangen. Erst eine paar Schnitte später sieht man ihn und Maria zusammen. Jörg Hube hatte andere berufliche Verpflichtungen und tritt daher erst später im "Himmel" auf.

Da Willi Burger, der den Großvater Simon spielte, zu der Zeit bereits verstorben war, benutzte man den Kniff und gab an, das man Blinde im Himmel nicht sehen kann.

mara
Constance Wetzel, die die Mara in HEIMAT 3 gespielt hat, stand mit ihrem Sohn Keno für diesen Film vor der Kamera.
Der Rollenname Mara bedeutet im Althochdeutschen "Pferd" und passt daher gut zur Rolle. Auch die Ähnlichkeit zum Namen "Martha" (Antons Frau) ist kein Zufall und trägt mit zur Sympathie zwischen den beiden Charakteren bei.

pieritz
Johannes Metzdorf (heute: Metzdorf-Schmithüsen), der die Rolle des Fritz Pieritz in HEIMAT spielte, war zur Zeit der Dreharbeiten Pfarrer von Bacharach.
Später ging er nach Trier und wurde Pfarrer der Studentengemeinde dort. Inzwischen ist er pensioniert. Er arbeitet gelegentlich für das Radio.
Er traute auch Edgar Reitz und Salome Kammer in München (Danke für diese "Hochzeits-Info" an Thomas Wahl).

Die Prüfung, die Hermann im Abitur im Fach Religion ablegen muss, findet seine Entsprechung in der eigenen Abiturprüfung von Edgar Reitz. Auch Reitz hatte in allen Fächern gute Noten, nur in Religion nicht, weil er sich stets mit dem Lehrer über Religions- und Weltansichten stritt.
Die Verse, über die Hermann sprechen sollte, nämlich:

"Freiheit ist der Zweck des Zwanges,
wie man eine Rebe bindet,
dass sie, statt im Staub zu kriechen,
froh sich in die Lüfte windet."

sind die gleichen über die Edgar Reitz geprüft wurde.

arnolangDie Figur des Uhrmachers und Juweliers Kröber aus Simmern kommt bereits im Film "Die Reise nach Wien" von Edgar Reitz aus dem Jahr 1973 vor. Dort heisst er Hermann Kröber statt, wie in der HEIMAT-Trilogie, Robert. Gespielt wird er auch dort von Arno Lang, allerdings hat er keine Sprechrolle sondern kommt dort nur auf Fotos von der Front bzw. in einem Rückblick vor (auch hier Parallelen zu HEIMAT; die Arbeiter der Organisation Todt, die die Hunsrückhöhenstrasse bauen, sind gute Kunden der Kröbers) . Die Freundin von Marga Kröber in dem Film (Hannelore Elsner) heisst übrigens Toni Simon (Elke Sommer).

Foto: Standbild aus "Reise nach Wien" http://www.edgar-reitz.de

Während der Dreharbeiten zu DIE ANDERE HEIMAT verstarb der Kulissenbauer Toni Gerg plötzlich an Herzversagen. Er wurde tot in seinem Bett gefunden.
Ihm zu Ehren wurde ein Grabstein auf dem Dorffriedhof aufgebaut, der auch sehr prominent im fertigen Film zu sehen ist. Aufschrift "In Memoriam Toni Gerg".
Ausserdem erwähnt die Filmfigur Margarethe Simon nach einem Nahtoterlebnis, sie habe ihre verstorbenen Kinder gesehen. So ist auch vom "Toni" die Rede, "der morgens tot im Bett gelegen hat".

Im Foyer eines Studios des WDR im Kölner Stadtteil Bocklemünd befindet sich ein Wandbild, das viele Persönlichkeiten zeigt, die im WDR-Programm Geschichte geschrieben haben. Zu sehen sind u.a. Rudi Carell, Götz George als Schimanski, Mario Adorf, Iris Berben, Willi Millowitsch usw.

Foyer1
Und wen entdecken wir da:
foyer2Die Maria!

Geht man ein Stück weiter sieht man weitere Bekannte:

Foyer3

Schnüsschen, Frl. Cerphal und das Klärchen!
Foyer4

Ursprünglich war einmal geplant, das das Gasthaus Molz in Schabbach in HEIMAT 3 von einem Auswanderer aus Afghanistan übernommen und in "Bei Mustafa" umbenannt wird? Im fertigen Film kommt das nicht vor.

Quelle: Interview von Peter W. Jansen mit Edgar Reitz im Januar 2002 im NDR.

(In Riesweiler, dem Ort in dem das Produktionsbüro für HEIMAT3 war, gibt es ein Restaurant mit diesem Namen)

Edgar Reitz hatte seine Büroräume früher in der Agnesstraße. Doch seit ein paar Jahren hat er Büroräume (von denen er einen in einen Vorführraum umgewandelt hat) in der Rottmannstraße in München. Grund: Ein neuer Eigentümer hatte die Mieten drastisch erhöht. Der neue Eigentümer hieß: Bernd Eichinger.
Quelle: Link

Edgar Reitz hat auf dem "Boulevard der Stars" in Berlin einen Stern. Er gehörte damit zu Ersten, denen eine solche Ehrung zu teil wurde.

759px Edgar Reitz Boulevard der Stars
Foto: Wikipedia.de

Edgar Reitz besuchte eine Schauspielschule, als er nach München zog, um sich seiner hunsrücker Dialektfarbe zu entledigen (vgl. Hermann, ZWEITE HEIMAT).

Das Radiobauen von Paul fand nicht zufällig seinen Weg in das Drehbuch von HEIMAT. Reitz Vater war Uhrmacher, versuchte sich aber im Abenteuer der Technik mit dem Bau von Radio- und Sendeanlagen.

Der Vater von Julia Prochnow, die die Moni in HEIMAT 3 gespielt hat, ist als Kommissar in HEIMAT zu sehen.
moni
komissar

In einem der Orte, die in der Handlung von HEIMAT 3 Interesse an Ernst's Museum haben, nämlich Bad Schlangenbad, ist der Regisseur Volker Schlöndorff aufgewachsen.

Das Haus der Wiegands aus HEIMAT war nur eine Kulisse. Lediglich das Wohnzimmer war bespielbar. An dieser Stelle ist ein Vorgarten, dessen Baum geschickt hinter der Fassade versteckt wurde.

Die Figur des Streckengehers, dem Bahnbediensteten, der die Gleise im ersten Film vom HEIMAT kontrolliert, ist dem Großvater von Edgar Reitz nachempfunden. Auch dieser hatten diesen Beruf und Reitz sagt, das er das Geschichtenerzählen von ihm geerbt habe.

Andreas Külzer, der den Pfarrer Wiegand in DIE ANDERE HEIMAT spielte, kennt diesen Friedhof in der Nähe von Steinbach schon seit Kindertagen. Er hat den Locationscouts den Vorschlag gemacht dort zu drehen. Er schrieb uns via Facebook "Es ist ein magischer Ort, der über eine 900jährige Geschichte erzählen kann. Ein Besuch am Schönenberg ist immer lohnenswert."

Es gibt zwei verschiedene Versionen des Aushangplakats von HEIMAT.
Die eine Version hat den Titel "HEIMAT - Ein Film in zwei Teilen von Edgar Reitz" und ist ein sehr seltenes Exemplar. Es wurde zur Premierenfeier 1984 in München gedruckt, da dort der gesamte Film in zwei Teilen aufgeführt wurde.
Die zweite, weitaus häufiger vorkommende Version, trägt den Titel "HEIMAT - Eine Chronik in elf Teilen von Edgar Reitz" und gehört zu der Schnittfassung, die im TV und in den Kinos gezeigt wurde und wird.

grossplakat2grossplakat1

stein
Edgar Reitz wollte den ersten Teil der Trilogie ursprünglich "MADE IN GERMANY" nennen. Daher stammt auch die Inschrift auf dem Stein, den man im Vorspann sehen kann. Erst sein Freund Bernd Eichinger konnte Reitz davon überzeugen, HEIMAT als Titel zu nehmen.
Nach den Dreharbeiten schenkte Reitz der Gemeinde Woppenroth den Stein, um ihn in der Hauptstraße aufzustellen.
Als die Dreharbeiten zu DIE ZWEITE HEIMAT begannen, plante Reitz den Vorspann ähnlich wie den von HEIMAT. Der Stein wurde per Kranwagen im Hunsrück abgeholt und nach München transportiert.
Auf dem Olympiaberg wurde der Stein eingebaut. Am nächsten Tag war Föhn angesagt, man wollte ebenfalls eine Zeitrafferaufnahme machen; der Stein im Vordergrund, das Panorama Münchens als Kulisse dahinter.
Als man am nächsten Morgen zum Drehort kam war der Stein verschwunden. Des Nachts wurde er heimlich per Kranwagen abtransportiert und gestohlen. Die Aufregung war groß.
Die Ermittlungen blieben erfolglos. Reitz ließ einen Stein aus Styropor nach den Filmvorlagen anfertigen. Allerdings sah man den Unterschied zum Original. Man musste sich einen alternativen Vorspann ausdenken und Woppenroth bekam einen Ersatzstein geschenkt.

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Foto: Wikipedia

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